Jetzt beraten lassen!

030 23 62 00 90

Zeugnis

rechtlich korrektes formulieren und prüfen von Arbeitszeugnissen

Das Recht auf ein gutes Zeugnis

Arbeitszeugnisse müssen klar formuliert wohlwollend sein. Aber ein Recht auf ein gutes Zeugnis hat nicht jeder Arbeitnehmer, denn die Gerichte verlangen lediglich, dass ein Arbeitszeugnis nicht schlecht sein darf. Die Regelung führte zu einer Art Geheimsprache, die wiederum zwischenzeitlich von einem Experten leicht zu verstehen ist. Doch welche Ansprüche haben Sie genau, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Das sagt das Gesetz zu Arbeitszeugnissen

§ 109 der Gewerbeordnung (GewO) besagt, dass einen Arbeitnehmer ein schriftliches Zeugnis zusteht. In diesem testiert der Arbeitgeber Art und Dauer der Tätigkeit. Arbeitnehmer können statt des einfachen Arbeitszeugnisses ein qualifiziertes Zeugnis verlangen. In diesem bewertet der ehemalige Arbeitgeber die Leistungen und das Verhalten während des Arbeitsverhältnisses. Das Gesetz besagt nicht, dass ein Anspruch auf ein gutes Zeugnis besteht.

Absatz 2 des § 109 der GewO lautet wörtlich:

Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.

Versteckte Andeutungen oder Hinweise, dass es mehr als im Zeugnis steht, zu bemerken gibt, sind verboten. Dies betrifft unteranderem den Satz: „Für weitere Auskünfte stehen wir zur Verfügung“.

Die Rechtsprechung hat im Laufe der Zeit verdeutlicht, dass negative Aussagen nicht erlaubt sind. Daher hat sich eine Sprache in den Zeugnissen entwickelt, die scheinbar positives behauptet, aber das Gegenteil meint. Auch solche Formulierungen dürfen nach höchstrichterlicher Rechtsprechung so gehalten sein, dass sie nicht schlechter als die Schulnote befriedigend anzusehen sind.

Schriftlich heißt auch in der modernen Zeit, dass ein Arbeitnehmer Anspruch hat, dass es sich bei dem Zeugnis um einen sauberen Ausdruck auf dem Geschäftspapier des Unternehmens handelt und die Unterschrift eines für das Personal verantwortlichen trägt. Eine PDF-Datei, die einer Mail angehängt ist, entspricht nicht den formalen Anforderungen an ein Zeugnis.

Wir prüfen Ihren Fall sofort

Sie können von uns schnell eine Ersteinschätzung Ihres Falls bekommen. Nutzen Sie unser Kontaktformular oder vereinbaren Sie kurzfristig einen persönlichen Termin per Telefon : 030 23 62 00 90 - Jetzt anrufen & beraten lassen!

Zeugnisse von einem Anwalt prüfen lassen

Im Internet finden Sie lange Listen, wie die Geheimsprache der Zeugnisse zu lesen ist. Sicher werden Sie schnell darauf stoßen, dass Superlative in Verbindung mit dem Wörtchen „stets“ ein sehr gut bedeuten. Aber so einfach ist das nicht, denn es kommt auf den Zusammenhang an, in dem die gute Note erteilt wird.

Eine Sekretärin, in deren Zeugnis steht, dass sie stets zur größten Zufriedenheit die Korrespondenz erledigt hat, sollte sich nicht freuen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, die hier betont wird. Dies kann bedeuten, dass sie alle anderen Sekretariatsarbeiten kaum beherrschte.

Auch Widersprüche fallen meist nur einem geschulten Auge auf. Ein Arbeitnehmer erhält ein sehr gut auf der ganzen Linie, aber im Schlusssatz steht, dass man dem scheidenden Mitarbeiter Erfolg wünscht. Ein Bedauern über das Ausscheiden fehlt.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und lassen Sie das Zeugnis prüfen. Wir setzen uns, wenn nötig mit dem ausstellenden Unternehmen in Verbindung, um eventuelle notwendige Änderungen zu veranlassen.

Das müssen Sie nicht dulden

Manchmal stehen im Zeugnis Hinweise, die zwar den Tatsachen entsprechen, aber nichts mit der Tätigkeit im Betrieb zu tun:

  • Umfassendes Einfühlungsvermögen kann als Hinweis auf Homosexualität verstanden werden. Ein „trägt zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“ ist ein Hinweis auf Suchtprobleme.
  • Angaben zu Nebentätigkeiten, Vorstrafen und (Verdacht auf) Strafttaten gehören ebenfalls nicht ins Zeugnis.

Dies sieht anders aus, wenn das Verhalten Auswirkungen auf den Betrieb hatte. Ein Griff in die Kasse des Unternehmens muss sogar erwähnt werden oder Verkehrsverfehlungen, die ein Berufskraftfahrer begangen hat.

Anderes darf nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers erwähnt werden:

  • Angaben zur Mitgliedschaft im Betriebsrat, Personalrat, der Gewerkschaft oder zu einer Partei dürfen nur auf Wunsch des Arbeitnehmers aufgenommen werden.
  • Auskunft über Krankheitszeiten, Fehlzeiten und Behinderung sind nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers statthaft.
  • Der Kündigungsgrund sollt in keinem Zeugnis fehlen, denn keine Aussage lässt Schlechtes vermuten. Er darf aber nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers genannt werden. Vielleicht kann man sich auf etwas Unverfängliches wie „fehlende Aufstiegsmöglichkeiten“ oder „betriebliche Umstrukturierungen“ einigen.

Noch Fragen zum Arbeitszeugnis?

Rufen Sie uns an, wenn Sie nicht sicher sind, welche Bedeutung die Aussagen im Arbeitszeugnis haben. Wir sind erfahren im Arbeitsrecht und helfen Ihnen gerne weiter.