Jetzt beraten lassen!

030 23 62 00 90

Wohnungs­kündi­gung

Beratung von Vermietern und Mietern bei allen Fragen zur Kündigung der Mietwohnung
Atas & Partner Rechtsanwälte > Mietrecht > Wohnungs­kündi­gung

Wohnungskündigung: Unterschiedliche Bedingungen für Vermieter und Mieter

Üblicherweise gelten für beide Vertragsparteien identische Bedingungen, das Mietrecht macht da bei der Wohnungskündigung eine Ausnahme, denn es stellt die Wohnung des Mieters unter besonderen Schutz.

Kündigung durch den Vermieter

Wann und wie Vermieter ein Mietverhältnis über einen Wohnraum kündigen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Vereinbarung im Mietvertrag
  • Art des Hauses
  • Eigener Bedarf an der Wohnung des Mieters
  • Verhalten des Mieters

Wir prüfen Ihren Fall sofort

Sie können von uns schnell eine Ersteinschätzung Ihres Falls bekommen. Nutzen Sie unser Kontaktformular oder vereinbaren Sie kurzfristig einen persönlichen Termin per Telefon : 030 23 62 00 90 - Jetzt anrufen & beraten lassen!

Fristen, an die Vermieter sich bei der Wohnraumkündigung halten müssen

Sofern keine Vereinbarungen über die Auflösung des Mietverhältnisses bestehen regelt § 573 c BGB  die Fristen für eine ordentliche Kündigung. Demnach beendet eine Kündigung, die bis zum 3. Werktag eintrifft, das Mietverhältnis zum Ablauf des übernächsten Monats. Trifft das Schreiben also am 2. Januar ein, läuft die Frist am 31.März des Jahres ab. Für Vermieter verlängert sich die Kündigungsfrist ab einer Mietdauer von 5 Jahren um 3 Monate. Besteht der Vertrag seit 8 Jahren, verlängert sich die Kündigungsfrist um 6 Monate. Wenn eine längere Kündigungsfrist im Vertrag vereinbart ist, müssen sich Vermieter daran halten. Vereinbarungen über kürzere Kündigungsfristen habe für Vermieter bei der Wohnraumkündigung keine Relevanz.

Vermieter müssen einen Kündigungsgrund nachweisen

§ 573 BGB  bestimmt eindeutig, dass Vermieter nur kündigen können, wenn sie ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses haben. Dies wird bejaht, wenn der Mieter seine vertraglichen Pflichten schuldhaft erheblich verletzt oder der Vermieter die Wohnung für sich, Familienangehörigen beziehungsweise Angehörige seines Haushalts benötigt (Eigenbedarfskündigung). Das Gesetz akzeptiert als Kündigungsgrund auch, wenn der Vermieter durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks gehindert wird. Der Wunsch nach höherer Miete oder ein geplanter Verkauf sind keine anerkannten Kündigungsgründe. Der Vermieter muss die Gründe für die Kündigung im Kündigungsschreiben nennen, damit der Mieter diese Überprüfen kann.

Sonderregelungen

Wenn die Mietwohnung in einem Ein- oder Zweifamilienhaus liegt und der Vermieter in dem Haus wohnt, brauchen Vermieter keinen Kündigungsgrund anzugeben. Dafür verlängert sich die Kündigungsfrist um 3 Monate.

Kündigung seitens der Mieter

Mieter müssen keinen Kündigungsgrund benennen. Für Sie beträgt die Kündigungsfrist 3 Monate, auch wenn die des Vermieters aufgrund einer Regelung im Mietvertrag oder der Länge der Mietdauer länger ist. Wenn im Vertrag eine kürzere Frist genannt wird, hat diese für den Mieter Gültigkeit. Auch eine Nachmieterklausel kann die Kündigungsfrist verkürzen, sofern der Mieter geeignet Nachmieter findet. Wenn im Mietvertrag keine Vereinbarung über einen Nachmieter getroffen wurde, liegt es im Ermessen des Vermieters, ob er den Mieter vorzeitig aus dem Vertrag entlässt. Lediglich bei einem befristeten Mietvertrag und wenn dem Mieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht zumutbar ist, hat er Anspruch darauf, dass der Vermieter ihn vorzeitig aus dem Vertrag entlässt. Dies wäre der Fall bei einer Versetzung in eine andere Stadt oder wenn die Wohnung durch Familienzuwachs zu klein geworden ist.

Form der Kündigung

Die Wirksamkeit der Wohnungskündigung ist nicht nur an Fristen, sondern auch an Formen gebunden.

Bezüglich der genannten Fristen zählt der Zugang des Schreibens. Wer beispielsweise per Einschreiben mit Rückschein kündigt, muss damit rechnen, dass der Empfänger unter Umständen eine Benachrichtigung über das Schreiben im Hausbriefkasten vorfindet und erst einige Tage später das Schreiben abholt. Die Zustellung ist erst erfolgt, wenn der Empfänger das Schreiben in Händen hält.

Das Gesetz verlangt ausdrücklich die Schriftform (§ 568 BGB). E-Mail, Fax oder SMS zählen im Sinne des BGB nicht als schriftlich.

Das Schreiben muss Folgendes enthalten:

  • Name und Anschrift des Absenders und des Empfängers
  • Adresse der Mietwohnung mit genauer Bezeichnung (Stockwerk/Wohnungsnummer)
  • Zeitpunkt der Kündigung
  • Mitteilung, ob es sich um eine fristgerechte oder fristlose Kündigung handelt
  • Bei Kündigung durch den Vermieter den Kündigungsgrund
  • Bei fristloser Kündigung durch den Mieter den Kündigungsgrund
  • Unterschrift aller Hauptmieter bei Kündigung durch den Mieter beziehungsweise aller Vermieter bei Kündigung seitens des Vermieters.

Suchen Sie anwaltlichen Rat

Egal ob sie als Vermieter oder Mieter kündigen wollen oder ob es um einen Widerspruch gegen eine ausgesprochene Kündigung geht, rufen Sie uns an. Als Anwälte mit langjähriger Erfahrung wissen wir, dass die Wohnraumkündigung aufgrund des Mieterschutzes sehr kompliziert ist. Im Laufe der Jahre hat der Gesetzgeber viele Sonderregelungen im Mietrecht verankert, die uns als erfahrene Mietrechtsanwälte geläufig sind.